Mein Briefkasten, die Post, die Stadtwerke, ihr Heftchen und ich.

IMG_4578Ich bin eine Briefkastenfetischistin. Ich will überhaupt nichts überflüssiges in meinem Briefkasten haben. Ich hab keinen Bock auf Werbung, keinen Bock auf unnötigen Umweltdreck, und auch keinen Bock auf ignorante Arschlöcher (ich sag es deutlich), die meine Wünsche hier missachten.

Ich stehe auf der Robinsonliste, bei meinem Internet- und Telefonanbieter habe ich mich für Werbeangebote sperren lassen, ebenso für Kundenmagazine meiner Krankenkasse, mein bevorzugter Klamottenversand darf mir keine Kataloge schicken, wenn ich irgendwo mal was bestelle, hagelt es sofort einen Anruf zum Sperren, wenn ich Werbung von denen im Briefkasten finde. Wenn ich Kataloge von Unternehmen bekomme, die ich nicht kenne, schicke ich gerne mal ein Datenschutzsauskunftsgesuch. Und wenn ich dabei rausfinde, das irgendein anderes Unternehmen meine Daten weitergegeben hat, kriegen die auch gleich ein Datenschutzauskunftsgesuch. Ich mache mir da immer wieder Mühe, weil ich es kann. Ich bin Erwerbsunfähigkeitsrentnerin mit wenig körperlicher Belastbarkeit aber erstmal viel Zeit.

Und im Normalfall ist das effektiv (also langfristig). Ich habe im Schnitt vielleicht einmal die Woche was im Briefkasten. Und meistens sind das Rechnungen, oder private Post, oder irgendwas, das wichtig ist oder das ich erwarte. Ein ewiges Ärgerniss sind Lieferdienste, die meinen Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen einwerfen“ ignorieren. An der Stelle muß ich mir nochmal was ausdenken.
Und sonst kriege ich nur noch sehr sporadisch irgendwas.

Und hier habe ich mich gerade an etwas sehr hartnäckigem festgebissen. Ich erzähle das etwas verkürzt, das waren viele Kontakte über Wochen hinweg, per Twitter, per Servicetelefon und per Mail, und es ist auch nicht chronologisch erzählt, weil es mehrere Themen teilweise parallel gab.

Die Stadtwerke München geben ein „Servicemagazin“ (schaut das gerne mal an, und überlegt Euch, wie Ihr das einordnen würdet) raus. Viele MünchnerInnen kriegen Strom und Wärme von den Stadtwerken, aber ich nicht. Und ich will dieses Heftchen nicht haben. Ich habe keinen Vertrag mit den Stadtwerken, also bin ich keine Kundin, ganz eindeutig. Deswegen habe ich schon vor vielen Monaten bei den Stadtwerken angerufen, und mich dafür Sperren lassen. Das wurde zwar angenommen, für adressierte Hefte. Aber unadressierte erhalte ich weiterhin.

Eine Servicemitarbeiterin argumentierte, daß ich ja Wasser von den Stadtwerken bekomme. Auch hierüber habe ich keinen Vertrag mit den Stadtwerken, höchstens mein Vermieter, dann ist der Kunde, und mit dem gleichen Argument könnte die Straßenbaufirma, die in München die Straßen baut, auf denen ich gehe, argumentieren, daß ich ihre Kundin bin. Dann ging es darum, warum die Stadtwerke denken, meinen Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlose Zeitungen einwerfen“ ignorieren zu dürfen.

Zuerst hieß es, das ist keine Werbung, denn es sind ja redaktionelle Beiträge drin.

Dann sagte ich, also ist es eine kostenlose Zeitung, die laut meinem Aufkleber auch nicht eingeworfen werden darf.

Dann hieß es, nein, es ist keine kostenlose Zeitung, es ist eine „wichtige Verbraucherinformation“, die trotz der Aufkleber eingeworfen wird. Dann habe ich gefragt, wo denn in dem Heft eine „wichtige Verbraucherinformation“ ist, und ob sich in 2017 nicht alle über Unternehmensebseite, Facebook, Twitter, Newsletter wichtige Verbraucherinformationen holen können, und in welchem Gesetz oder Gerichturteil oder in welcher Vorschrift das steht, daß „wichtige Verbraucherinformationen“ trotz Aufkleber eingeworfen werden dürfen.

Das habe ich mindestens zweimal gefragt, aber das hat die Servicemitarbeiterin nicht beantwortet.
Stattdessen sagte sie mir, daß diese Sache mit der „wichtigen Verbraucherinformation“ ein Angebot der Post wäre, und daß die Post an alle liefert, ohne Möglichkeit, sich sperren zu lassen.

Also habe ich bei der Servicenummer der Post angerufen, und dem Postservicemitarbeiter die Lage geschildert, daraufhin fragte er mich nach meinen Adressdaten und sagte mir, ich wäre fortan dafür gesperrt.

Erstmal hatte ich da kein großes Vertrauen, daß das klappt, aber einige Zeit später klingelte mein Briefträger wegen einem dicken Umschlag, und bei der Gelegenheit hat er sich herzlich bei mir über meine Beschwerde bedankt, weil er mit diesem Riesenpapierwust von den Stadtwerken so unglücklich ist, den er immer an alle verteilen muß, ob sie wollen oder nicht. Er wurde wohl gefragt, ob ich so einen Aufkleber auf dem Briefkasten habe.

Daraufhin habe ich mich nochmal an die Stadtwerke gewendet, zum einen um zu sagen, daß die Info, daß keine Sperrung möglich ist, falsch ist.
Und ich hab noch einmal klargestellt, daß ich keine Kundin bin und nochmal nach der Rechtsgrundlage für das Ignorieren des Aufklebers gefragt, und weil ich den Eindruck hatte, daß sich die Mitarbeiterin sehr rauswindet oder gar nicht reagiert, habe ich auch explizit gesagt, daß Sie gerne meine Fragen an andere Stellen weiterleiten kann, wenn sie dem selbst nichts zuzufügen hat. (Also das alles wurde vom Service-Twitteraccount bzw. der Service-Emailadresse beantwortet, das sind keine offiziellen Aussagen der Stadtwerke).

Darauf kam die Antwort, daß sich die Mitarbeiterin mit Ihrem Ansprechpartner bei der Post in Verbindung gesetzt hat, der noch einmal bestätigt habe, daß es sich dabei um eine unaddressierte Sendung handle, und da gebe es keine Möglichkeit sich sperren zu lassen, es würde beide wundern, daß ich so eine Aussage erhalten habe, und ob ich den Mitarbeiter bei der Post und dessen Telefonnummer nennen könnte. Darüber hinaus ist alles unbeantwortet geblieben.

Ich schrub zurück, daß ich den Mitarbeiter bei der Post nicht nennen kann, daß es aber ganz offensichtlich weitergeleitet wurde, da mein Briefträger mich darauf angesprochen hat.
Dann fragte ich nochmal nach den Rechtsgrundlagen der Verteilung, und wer entscheidet, was eine wichtige Verbraucherinformation ist. Ob das die Stadtwerke entscheiden,weil sie das so wollen, oder die Post, weil sie damit Geld verdienen will?

Die Mitarbeiterin wiederholte, daß das ein Angebot der deutschen Post sei, und die Stadtwerke das wahrnähmen. Bevor ein neues M-Direkt gedruckt würde, würde die Post dies auf Werbegehalt prüfen und ob M-Direkt die Verteilkriterien „sämtliche Haushalte“ erfüllen würden.

Und an der Stelle bin ich noch wütender geworden, als ich eh schon war.

Ich weiß nicht, was die Rechtsgrundlage ist, mit der die Aufkleber ignoriert werden dürfen.
Ich weiß auch nicht, was die Prüfkriterien für Werbegehalt sind (die Post hat kein Kontaktformular oder Serviceemail, nur Telefon, aber das hätte ich gerne schriftlich erfragt, war bislang zu faul zum Brief schreiben, hab auch auf der Webseite beim groben schauen nichts gefunden) und auch ganz ohne Werbung ist es noch ne kostenlose Zeitschrift
Oder die Kriterien für sämtliche Haushalte.

Aber ich weiß, wie so ein Heftchen aussieht. Es sieht ganz und gar nicht nach wichtiger Verbraucherinformation aus. Und ich weiß, daß die Post das prüft, die ein finanzielles Interesse daran hat, in welcher Stückzahl sie die Dinger verteilen kann. Und auch die Stadtwerke haben ein Interesse an der Verbreitung. Ich hab da meine Zweifel, wie neutral so eine Prüfung sein kann, und je mehr die Mitarbeiterin sich da rauswund oder nicht reagierte, desto mehr habe ich das Gefühl, daß da mal viel Licht in diese Intranzparenz gehört.

Laut der Webseite der Stadt München gab es Ende 2015 (das sind da die letzten Zahlen) 822.906 Haushalte in München, ich würde denken, es gibt ähnlich viele Briefkästen.
Ich habe keine Ahnung, wieviele davon Aufkleber auf dem Briefkasten haben.
In meinem Haus sind von 18 Briefkästen:
10 mit Aufkleber „Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen einwefen“
3 mit Aufkleber „Keine Werbung einwerfen“

Also ich vermute es geht bei jeder unaddressierten Ausgabe um hundertausende Haushalte, die das trotz Aufkleber bekommen. Das ist jetzt nicht so wenig, das ist ne Menge ungewolltes Altpapier. Und letztes Jahr gab es vier Ausgaben (ich weiß nicht, wie viele addressiert waren). Ich finde, das ist so ne große Menge, daß es sich lohnen würde, da dranzubleiben.

Die Stadtwerke wollen offenbar das Ignorieren der Aufkleber („alle Haushalte“), denn sie lassen das Heftchen extra daraufhin prüfen, sie könnten sich auch von Anfang an dazu entscheiden, die Aufkleber zu achten, oder Ihre Heftchen zu addressieren (dann kann man sich nämlich sperren lassen oder zufügen lassen). In dem ganzen Dialog hatte ich keine Sekunde das Gefühl, daß es irgendwen kümmert, daß ich das Heft nicht will, im Gegenteil. Nichtmal was in die Richtung wie „Ihre Beschwerde wird weitergeleitet“ oder irgendwas. Und die Stadtwerke versuchen sich immer in ein umweltfreundliches Licht zu rücken, auch mit diesen Heftchen, das wär doch mal ein Ansatz, weniger Müll zu produzieren.

Ich war so wütend über die ganze Sache, ich hab nochmal geantwortet, unteranderem habe ich die Mitarbeiterin aufgefordert mal Tacheles zu reden, sie solle doch einfach sagen
„Ja wir machen das, weil wir das so wollen, und uns ist scheißegal, ob Sie nen Aufkleber haben oder wie Sie das finden.“.
Genau das Gefühl hatte ich nach dem Dialog. Und überraschenderweise habe ich auch bisher keine Antwort mehr bekommen. ;-)

Fazit: So wie es sich mir im Moment darstellt, werde ich das Heftchen wohl nicht mehr bekommen. Ich kann es also an dieser Stelle auf sich beruhen lassen. Ich ziehe noch in Erwägung, die Verbraucherzentrale hinzuzuziehen, da muß ich aber erstmal auch 25 Euro auf den Tisch legen.

Aber über mich selbst hinaus erbost mich die ganze Sache, und der ganze Umweltdreck. Ich bin keine Journalistin, die da mal Anfragen an die Pressestelle richten kann, hab keine Routine im Nachrecherchieren und ich bin auch finanziell nicht so ausgestattet, daß ich mich da so richtig reinverbeissen kann, auch ggf. rechtlich.

Aber wenn das jemand möchte, kann ich meine Unterstützung anbieten. Ich finde einfach, so geht es nicht. Aber vielleicht finde nur ich das so.

Disclaimer: Ich finde die Stadtwerke München sind ein sympathisches Unternehmen. Aber: Sympathische Unternehmen machen sowas nicht.

Altersproporz

Es gibt ja so einige Maßnahmen, die innerhalb von Parteien für mehr Gerechtigkeit sorgen sollen. Männlich-weibliche Doppelspitze, oder jeder zweite Listenplatz gehört einer Frau, oder ein Ost-West-Ausgleich, oder ein Regional-Ausgleich.

Aber was ich noch nie gehört habe, ist ein Altersausgleich. Den fände ich so langsam aber ziemlich angebracht. Zum einen, weil die Jüngeren in unserer überalterten Gesellschaft die Minderheit sind, und zum anderen, weil ich ihnen insgesamt eher ein Interesse daran unterstelle, die Zukunft zu gestalten anstatt Pfründe zu sichern, die sie noch gar nicht haben. Ich finde, jüngere Menschen müssen in einem viel größerem Rahmen beteiligt werden.

Wenn man im Moment als junger Mensch in eine Partei eintritt, ist man wahrscheinlich im Normalfall schon mindestens jenseits der 40, bis man Gestaltungsmacht hat, mit ein paar Ausnahmen vielleicht. Es gibt ja genug alteingesessene, bekanntere und erfahrene Köpfe, die ja keinen Posten oder Anspruch auf einen Posten freiwillig hergeben (Also ich zähl jetzt nicht durch, wer im Bundestag oder in Landtagen oder in Parteiämtern alles unter 40 ist). Kein Wunder, daß Parteien für jüngere nicht so attraktiv sind, und überall der Nachwuchs fehlt. (Und die Eintrittswelle von jüngeren Leuten im Moment ist wohl weniger der Attraktivität der Parteien geschuldet, sondern schlicht Notwehr).

Deswegen fände ich Alt-Jung-Doppelspitzen etwas total wichtiges. Erfahrung kombiniert mit frischem Wind. Oder einen Proporz. Irgendeine klare Perspektive für Jüngere, an der Macht beteiligt zu sein. Leider seh ich das irgendwie nicht kommen.

Warum ich Mitglied bei der Linken werde

Vorab: Ich war vorher nie Mitglied einer Partei und wollte das auch nie, auch wenn die Piraten eine Zeit lang sehr interessant waren. Ich bin da keineswegs eine Überzeugungstäterin, sondern betrachte es eher als notwendiges Übel.

Ich war extrem frustriert darüber, daß der Vorstand der Linken Sarah Wagenknecht zur Spitzenkandidatin gemacht hat, anstatt die Mitglieder zu befragen. Ich habe mich gefragt, ob die Linke so für mich überhaupt wählbar ist.

Ich bin mit vielem was Sarah Wagenknecht so von sich gibt nicht einverstanden, und sie ist nunmal die Lautsprecherin der Linken. Aber: Mit den allermeisten LautsprecherInnen anderer Parteien bin ich viel, viel weniger einverstanden, und in Zeiten wie diesen können wir meiner Meinung nach nicht darauf verzichten, unsere Stimmen ins Parlament zu tragen. Und in einer linken Fraktion hat Sarah Wagenknecht auch nur eine Stimme, genau wie alle anderen Linken, die wir ins Parlament wählen, und je mehr das sind, desto mehr können auch andere Stimmen lauter werden.

Und für mich ist die Linke auch viel mehr als das geringste Übel oder eine Stimme gegen die AfD (und da brauchen wir jede).

Auch wenn Sicherheit und Flüchtlingspolitik in aller Munde sind, wählen wir ein Parlament für alles. Und für mich steht Sozialpolitik ganz vorne dabei.

Die Linke will Hartz4-Sanktionen abschaffen. Das ist für mich schon quasi alternativlos.
Die Linke will Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und umverteilen. Da bin ich dabei, und da seh ich bei den anderen Parteien nicht viel und ich halte das für allerdringendst notwendig.
In vielen Punkten steht die Linke für einen Richtungswechsel, und darüber hinaus steht sie für vieles, was ich richtig finde.
Auch wenn mir einige Details nicht so gefallen, die grobe Richtung stimmt, und zwar so viel mehr als bei allen Alternativen.

Und darauf warten, daß mir die perfekte Partei mit den perfekten KandidatInnen angeboten wird kann ich lange. Und auch darauf, daß die Anarchie ausbricht. Das wird nicht passieren. Ich finde es im Moment viel mehr sinnvoll, mit dem zu arbeiten was da ist, und positiv darauf einzuwirken (zum Beispiel als Linken-Mitglied fürs Regieren anstatt Opposition zu appellieren), deswegen gehe ich diesen Schritt. Ich möchte der Linken den Rücken stärken, in meinen Augen ist sie die letzte linke Partei die wir noch haben, und ein Richtungswechsel in der Politik ist wirklich bitter nötig, hierfür ist die Linke die einzig wählbare Partei. Und jetzt ist die Zeit in die Linke einzutreten, oder mit Ihr zu reden und sie hören zu wollen, und sich einzubringen, nach der Bundestagswahl ist es zu spät.
Aber:
Das wird eine Mitgliedschaft auf Bewährung. Das bedeutet nicht, daß ich ab jetzt bei jeder Wahl die Linke wähle.
Das bedeutet auch nicht, daß ich jetzt 30 Jahre lang Mitglied bleibe, egal was für Mist gebaut wird.
Und das bedeutet auch nicht, daß ich mich fortan nur noch für die Linke Engagenment aufbringe, ich bin nach wie vor der Meinung, daß Politik von unten und außerhalb der Parlamente gemacht wird, es braucht beides.

Es bedeutet daß ich starke linke Kräfte und einen Richtungwechsel in der Politik sehen will, und hiermit meinen winzigen Beitrag leisten will. Und als Parteimitglied kann ich vielleicht eher Einfluß auf die Dinge nehmen, die ich gerne anders hätte.

Update zu meinen paar Euros.

So, ich habe jetzt meine Entscheidungen getroffen, wer davon profitieren soll, daß meine Telefongebühren billiger werden. Ich habe Daueraufträge in Höhe von 1 Euro an folgende Empfängerinnen eingerichtet (Ich bin zu faul zum Verlinken, ich verlinke nur die, die nicht im letzten Post mit drin waren):
taz
netzpolitik.org
Tacheles e.V.
sanktionsfrei e.V.
Gesellschaft Für Freiheitsrechte
Grundrechtekommitee e. V.
Antifaschistisches Informations- und Dokumentationsarchiv e.V. (Supporting my local antifa)
Postkult e.V. (für den Umsonstladen)

Und ich warte noch auf eine Kontonummer vom nd und vom Kafe Marat

Ich hab jetzt den ganzen Bereich Freie Software und Internetverteidigung und so rausgenommen, weil weder die EFF noch die FSF ne Kontonummer anbieten, und ich weder Paypal noch Kreditkarte noch Bitcoin nutze. Und um gnusocial zu unterstützen, hoffe ich einfach mal auf eine Gelegenheit, direkt einen Beitrag zu leisten, oder überweise mal was, wenn jemand nen Engpass bei seiner/ihrer Instanz hat.

Damit bin ich jetzt sehr zufrieden, und ich freue mich dann jeden Monat darüber, wenn ich meine Kontoauszüge lese. \o/ Und ich freue mich auch sehr, daß ich mich ein winziges bißchen gesellschaftlich/politisch beteiligen kann, das ist sonst sehr schwer für mich. Und Petitionen unterschreiben reicht halt nicht. Nicht in 2017.

Ein Euro für wen?

Ich habe gerade einen neuen Telefon/Internetvertrag abgeschlossen, und ich zahle für die nächsten 2 Jahre 15 Euro weniger als bisher. Ich möchte das freiwerdenen Geld dafür nutzen, einen Teil der Projekte zu unterstützen, die ich eh nutze oder ganz wichtig finde, und für die ich sonst kein Geld habe, egal wie wichtig ich sie finde. Ich möchte 5 Euro pro Monat in meinem Budget für spontane Aktionen offen lassen, und 10 Sachen mit je einem Euro für 2 Jahre/bis auf weiteres unterstützen (und möglicherweise zwischendurch EmpfängerIn wechseln). Das ist nicht, viel, eher symbolisch, aber das ist das, was ich kann. Bei manchen Sachen bin ich sicher, wer mein Geld haben soll, bei anderen kann ich ein bißchen Input gebrauchen. Mein neuer Vertrag läuft ab Januar, so daß ich zwischen den Jahren in Ruhe Daueraufrtäge einrichten kann, und ich hoffe, mit Eurem Input bis dahin noch die Empfängerinnen der letzten Euros festzulegen. Am Ende schreibe ich nochmal ein paar Worte zu meiner Motivation.

Medien

Die Medien haben es ja echt nicht einfach, aber sie sind sooo wichtig für uns, deswegen unterstütze ich gerne ein paar, und vielleicht habt Ihr ja auch nen Euro übrig und wollt Eure Lieblingsmedien unterstützen.

Netzpolitik.org
Der erste Euro geht an Netzpolitik.org , nicht nur für die immens wichtige Arbeit, sondern auch weil sie nach wie vor kostenlos Inhalte anbieten, so daß nicht so reiche Leute wie ich nicht ausgeschlossen werden. Vielen Dank dafür, das ist so wichtig.
In der rechten Spalte steht hier eine Kontonummer zum Geld rüberschieben.

Der zweite Euro geht an die taz.
Auch die taz lässt mich uneingeschränkt mitlesen, und auch wenn sie nicht meine Hauptnachrichtenquelle ist, möchte ich sie für ihr Geschäftmodell belohnen, und Danke dafür sagen.
Die taz kann man hier unterstützen.

Der Dritte Euro geht an das nd:
Hier können Leute mit wenig Geld zwar nicht uneingeschränkt mitlesen, aber als ich das thematisiert habe, bin ich auf freundliche und verständnisvolle Ohren gestossen, ich denke es gibt da ein Problembewusstsein, und mir wurde für ein halbes Jahr ein Account aus Spendengeldern freigeschaltet. Vielen Dank hierfür. Aber ich wünsche mir langfristig eine Lösung für alle, keine Privatlösung, deshalb soll mein Euro eine Ermutigung an das nd sein, eine Möglichkeit zufinden, die arme Menschen teilhaben lässt.
Hier habe ich keine Kontonummer für Spenden gefunden, aber das reiche ich nach, wenn ich das rausfinde.

Kein Euro für die SZ
An die SZ habe ich vor einer ganzen Weile einen offenen Brief geschickt. Damals hatte ich etwas Kontakt, meine Kritik wurde aufgenommen und weitergeleitet, mir wurde für ein Jahr ein Account freigeschaltet, ich habe dann aber trotz entsprechender Zusage nichts mehr gehört, ich habe auch nicht davon gehört, daß sich für ärmere Menschen irgendwas geändert hat, und auf meine letzte Emailanfragen habe ich nicht einmal mehr eine Antwort bekommen. Inzwischen muß man bei der SZ Online auch den Adblocker ausschalten oder sich registrieren und sein Leseverhalten mitloggen lassen und sich dann Aboanbebote unterbreiten lassen. Auch wenn man gar kein Abo bezahlen kann. Privatsphäre gibt es nur für Leute, die sich ein Printabo oder die SZ am Kiosk leisten können, oder die sich Werbung reinziehen (auch wenn sie nichts kaufen können). Also unterm Strich gibt es dafür keinen Euro von mir. Schade. Die SZ hat bestimmt mehr Geld als die taz und könnte sich was ausdenken, wenn sie wollte.
Wenn Ihr der SZ Geld geben wollt, müßt ihr das selber raussuchen, ich fühl mich da grade nicht so solidarisch.

Ganz allgemein finde ich, daß auch arme Leute jenseits vom Fernsehen Zugang zu Meinungsvielfalt und soliden/hintergründigen Nachrichten haben sollten, und daß auch Wirtschaftsunternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung tragen. Dafür sollten sich allgemeine Lösungen finden lassen.
Und es gibt auch ganz viele kleinere journalistische Angebote, die ich wichtig finde und gerne unterstützen würde, es kann sein, daß ich im Laufe der zwei Jahre hier noch wechsle. Ich denke zum Beispiel an ÜberMedien, an die Graswaswurzelrevolution, und die vielen kleineren und spannenden Sachen, die mir in den Social Media reinflattern. Anregungen für weitere unterstützenswerte Medien könnt Ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Grundrechte

Es gibt einige Leute, die sich für uns alle dafür einsetzen, daß unsere Grundrechte nicht unter die Räder kommen, oder besser, sie unter den Rädern wieder hervorzuzerren.

Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
Das ist ein neuer Verein, der mit rechtlichen Mitteln für Grund- und Freiheitsrechte kämpfen will, und das ist auch bitter nötig. Es ist schon eine Verfassungsbeschwerde gemeinsam mit Amnesty International gegen die strategische Telekommunikationsüberwachung durch den BND in Arbeit. Da geb ich gerne nen Euro. Hier kann man Spenden.

sanktionsfrei?
Der Verein sanktionsfrei e. V.  unterstützt sanktionierte Hartz-4-EmpfängerInnen bei Klagen, mit den Ziel, Sanktionen ganz abzuschaffen. Ich mag die grundlegende Herangehensweise, aber ich habe relativ wenig Informationen darüber und finde die Webseite auch unübersichtlich und informationsarm. Ich bin nicht sicher, ob das ein passender Adressat für meinen Euro ist, hier würde ich mich über Anregungen/Einschätzungen freuen, ich möchte gerne was im Hartz-4 Bereich machen, und zwar was auf grundsätzliche Verbesserung abzielt.

Freie Software/Was ich regelmäßig nutze

Kein GMX
Einen meiner Euros möchte ich dafür nutzen, mich endlich von GMX und seinen nicht enden wollenden Werbemails zu verabschieden, und ein Postfach bei posteo oder ähnliches eröffnen, die ich für wesentlich unterstützenswerter halte. Ich finde, es sollte viel mehr Dienste/Optionen von Anbietern geben, die für kleines Geld werbefrei sind und auch datenschutzbewusst.

Gnusocial
Nutze ich täglich, und lebt von dem Engagement und der Unterstützung der Community. Deshalb gibt’s ganz klar nen Euro. Antikapitalistisch, dezentral, werbefrei und wirklich schön da. Zum Beispiel hier (rechte Spalte) kann man das unterstützen.

Andere freie Software
Den dritten Euro in diesem Bereich möchte ich einem Projekt zukommen lassen, das ich nutze und das knapp bei Kasse ist. Leider habe ich so als nicht-Nerd keine Ahnung, wer den brauchen könnte. Ich nutze XMPP (Psi Plus), NoScript, Ubuntu, UBlockOrigin, und einige Programme (zumindest theoretisch) wie Audacity, Mumble, LibreOffice, und ein Verschlüsselungsprojekt wie tor oder GPG fände ich auch unterstützenswert. Hat jemand hier Vorschläge oder Empfehlungen? Oder weiß, daß ein Projekt genug Geld hat und keine dringende Unterstützung braucht? Oder Alternativvorschläge?

Linke Projekte

Ein antifaschistisches Projekt…
Ich würde gerne auch ein Antifaschistisches Projekt unterstützen. Ich denke an das Antifaschistische Informations- und Dokumentationsarchiv AIDA hier in München. Ich habe keine Ahnung, ob die von irgendwo gefördert werden, oder genug haben, aber wenn sie sich finanzieren können, haben sie bestimmt ne Idee, welche Antifaschistische Arbeit sonst unterstützenswert ist.Da schreib ich mal ne Mail und frag nach. Oder habt Ihr da noch gute Ideen? Die Kontonummer steht ganz unten auf der Seite.

Der letzte Euro
Den letzten Euro würde ich gerne in ein anarchistisches Projekt stecken. Daß darf sehr gerne etwas kleines, lokales sein, gerne irgendwo, es kann etwas Alternativkulturelles sein, zum Beispiel, und die Idee sollte mein Herz erwärmen, gerne was kreatives. Spontan fällt mir da nichts ein. Gibt es Anarchistische KulturveranstalterInnen? Einen Umsonstladen mit Kontonummer? Eine kleine Nische, die es schwer hat mit dem Überleben? Weiß da jemand von Euch etwas cooles? Also, ich denke weiter drüber nach.

So. Möglilcherweise ändert sich noch das ein oder andere, bis ich die Daueraufträge einrichte. Natürlich gibt es jetzt viele, die ich gut finde, und die nichts bekommen. Aber meine Ressourcen sind wirklich begrenzt. Die Leute, die mehr Geld haben, können sich ja überlegen, auch ein bißchen was zu verteilen. An einem Refugeeprojekt, Foodsharing und einer solidarische Landwirtschaft nehme ich anderweitig teil. Ich glaube, damit ist das was mir wichtig ist, grob abgebildet. Seit Jahren überlege ich, wie ich mich engagieren kann für Belange, die mir wichtig sind. Ich gehe viel zu selten auf Demos, ich finde Petitionen unterschreiben nicht ausreichend, aber ich tu mich mit meiner gesundheitlichen Situation extrem schwer, mich an Projekten aktiv und zuverlässig zu beteiligen. Ich bin aber der Überzeugung, daß jedeR dafür selbst verantwortlich ist, im möglichen Rahmen einen kleinen politischen und gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.Und ich freue mich sehr, daß mir der günstigere Telefonvertrag es jetzt ermöglicht, für ein paar Sachen einzustehen. In minimalem Rahmen.

Dick

Ich wollte schon lange mal ein paar Gedanken zum Wort „dick“ loswerden, weil mich das regelmäßig betrifft. Ich bin erstaunt, wie wenige Menschen in der Lage sind, das Wort „dick“ gegenüber einer dicken Person auszusprechen, außer es ist abfällig gemeint.

Ich bin dick. Das ist eine Tatsache. Und es gibt daran auch überhaupt nichts zu relativieren und keinerlei Zweifel, warum auch. Ich hab nicht ein paar Kilos mehr, und bin auch nicht stattlich oder kräftig, und schon gar nicht pummelig oder vollschlank. Und selbsverständlich bezeichne ich mich als dick. Das ist das normale deutsche Wort für das, was ich bin, so wie mittelgroß, blond oder grünäugig.

Aber von einem sehr hohen Anteil an freundlich motivierten Leuten wird dieses Wort vermieden wie die Pest. Unfreundlich motivierte benutzen es gerne, genauso wie fett, wampert und ähnliche Worte.

Ein typisches Gespräch, das ich kürzlich hatte, verlief etwa so:

Ich: „Tätigkeit X fällt mir ein bißchen schwer, weil ich recht dick bin…“
Andere: „ Du bist doch nicht dick…“
Ich: „Natürlich bin ich dick, ich wiege über 100 Kilo“
Andere: „Das sieht man Dir aber überhaupt nicht an….
Ich: „Natürlich sieht man das…“
Andere: „aber Du bist doch so hübsch…“

Hallo? Ich trage obenrum Größe 56, und man will mir nicht ansehen, daß ich dick bin? Und selbst wenn sie sich um 20 Kilo verschätzen würden, wäre ich immernoch dick. Wollen mir unzählige Leute erzählen, daß sie nicht dick von dünn unterscheiden können? Was für eine Welt wird hier eigentlich zusammenkonstruiert, um nur ja nicht eine dicke Person als dick zu bezeichnen oder das auch nur so stehenzulassen, selbst wenn sie selbst es tut?
Was damit natürlich einhergeht, ist, daß wenn ich nicht dick bin, daß es auch plötzlich kein Thema mehr ist, ob ich bestimmte Tätigkeiten deswegen ausführen kann, oder nicht, weil ja das Dicksein schon geleugnet oder relativiert ist. Es ist überhaupt nicht mehr möglich, über so etwas normal zu reden, es nur zu erwähnen.
Und das hat praktische Konsequenzen wenn das geleugnet wird, völlig unabhängig davon, wie es aussieht. Im obigem Gespräch ging es gar nicht ums Dicksein, sondern um Bücken bei der Gartenarbeit, und plötzlich ist das Gespräch ganz woanders. Und ehrlich gesagt, ist mein Aussehen auch das kleinste Problem an meinem Dicksein, ich finde mich ausreichend schön, und wenn nicht, dann aus ganz anderen Gründen, mir geht es um praktische Sachen. Das Bücken im Garten, daß mir auf die Knie geht, das ist eine echte Einschränkung und genau darum ging es ursprünglich. Ich will in der Regel nicht über mein Äußeres reden wenn es mir gerade um den Garten geht, oder ob ich schön bin oder nicht, wenn das Dicksein Thema wird. Schön Aussehen hat bei mir keine hohe Priorität. Das Dicksein wird bei mir aus praktischen Gründen zum Thema, es interessiert mich nicht, ob man mir mein Dicksein ansieht, ich weiß, das man das tut, aber plötzlich redet man über Aussehen.
Und wenn ich das Wort Dick gegenüber Personen ausspreche, dann kommen sie manchmal völlig ins rudern und probieren da irgendwie wieder rauszukommen. Was für ein krasses Stigma haben wir hier eigentlich, wenn das so oft so dermaßen schiefläuft? Und wenn ich in so einer Situation klar und deutlich drauf bestehe, daß ich dick bin, wurschteln sich die Leute irgendwie aus der Situation raus, etwa so krass als ob ich sie beim Lügen erwischt hätte, und genau genommen hab ich das ja auch. Und für mich ist das völlig absurd, ich musste noch nie drauf bestehen, daß ich blond bin, und wen interessiert das überhaupt? Und wie kommen Leute auf die Idee, mir über Tatsachen die mich betreffen und die ich kenne ins Gesicht zu lügen , das ungefragt für notwendig erarchten?
Ehrlich gesagt empfinde ich es als Beleidigung, wenn mir jemand sagt, ich wäre nicht dick, weil es nicht nur meine gefühlte Realität leugnet, sondern eine reale Tatsache die mich betrifft und Konsequenzen für mich hat. Für meine Existenz. Ein Teil von mir. Und wenn jemand mich pummelig nennt, finde ich das auch ziemlich übel.

Die andere Seite sind Leute, die mir nicht wohlgesonnen sind. Ich erinnere mich an eine Situation die schon eine Weile her ist, aber ähnliche Situation gab es auch vorher und nachher, die kommen immer wieder.

Ich war auf dem Bürgersteig einer recht belebten Straße unterwegs, etwas versetz neben mir ging ein Mann, und ein weiterer Mann kam uns sehr schnell entgegen, es war so eng, daß ich etwas ausgewichen bin, aber sonst ist niemand ausgewichen, der Mann streifte an mir vorbei mit den Worten „Geh halt weg, fette Sau“.
Unzweifelhaft war das einfach ein Arsch, aber ich finde es immer wieder krass, daß Leute mein Dicksein als Berechtigung sehen, mich fette Sau oder Fette Kuh oder so was zu nennen. Die Tatsache des Dickseins ist fester Bestandteil der Beleidigung, ich kann mich nicht erinnern, daß ich so auf der Straße mal Sau oder Kuh genannt wurde, ohne das „Fett“ vorher. Nickt-dicke Leute werden dann vielleicht blöde Kuh oder so genannt, aber fett scheint blöd jederzeit zu übertrumpfen.

Also, ich erzähle das, weil es wirklich fast immer schief geht, wenn ich außerhalb meines sehr engen Umfeldes das Wort dick in den Mund nehme, oder wenn jemand anders das tut. Selbst ÄrztInnen, ErnährungsberaterInnen, SozialpädagonInnen, etc. die beruflich damit zu haben, kommen da oft ins Rumeiern. Das soll einfach eine kleine Denkanregung sein, und auch die Frage: Wie handhabt Ihr das? Habt ihr da auch absurde Erfahrungen?

Freßpaket zu „versteigern“

(English version following soon)

Ich weiß nicht, ob versteigern der richtige Ausdruck ist, wenn die unterlegenen BieterInnen ihr Geld trotzdem los sind, der Deal wäre folgender:

Ich schicke ein selbstgemachtes Freßpaket an die Person, die einem der unten genannten Accounts die höchste Spende zukommen lässt. Innerhalb Deutschlands trage ich die Portokosten, außerhalb müsstet Ihr die Differenz übernehmen oder das Paket geht in Eurem Namen an jemand, der es dringend brauchen kann, z.B. Refugees oder andere unterfinanzierte Menschen. Die Mindestsumme ist 10 Euro. Es geht dabei um die Unterstützung des Fediverse, also gnusocial.

Aktuelles Höchstgebot: – keines (Mindestens 10 Euro) – letztes Update: 23.9.2016 – 23.46 Uhr

img_4404In dem Paket sind:
0,5 l Pflaumengetränk, winterlich, mit etwas Honig
ein Pflaumenkompott (Kerne sind noch drin) mit Vanille und etwas Honig
eine Kornelkirschmarmelade/Sauce
ein Apfel-Quittenmus
Paprika süß-sauer eingelegt oder alternativ süß-sauer eingelegte Gurken
Ajvar nach kroatischem Rezept
Tomatensugo mit italienischen Kräutern
kleines Fläschchen Estragonessig

Hierbei handelt es sich komplett um selbsteingemachte Sachen, es kann also auch mal passieren, daß ein Glas umkippt, oder so. Wenn jemand Fragen bezüglich der Zutaten hat, gerne in den Kommentaren. Ebenso bei sonstigen Fragen. Das verwertete Obst/Gemüse stammt überwiegend aus dem Hinterhof.

Und so funktioniert es:
1.) Ihr spendet einen Betrag nach Wahl ab 10 Euro an einen der unten genannten Accounts .
2.) Ihr laßt mir einen Screenshot (persönliche Details geschwärzt) von Eurer Überweisung oder einen anderen Zahlungsnachweis zukommen, meine Kontaktdaten findet ihr auf der Kontakt-Seite.
3.) Ich veröffentliche hier und aktualisiere bei Erhalt von Zahlungsnachweisen das jeweils höchste Gebot ohne Namensnennung, so daß Ihr immer nachschauen könnt, wo wir gerade stehen, es kann aber mal ein paar Stunden Verzögerung meinerseits geben.
4.) Wenn Ihr wollt, überbietet Ihr, indem Ihr einen weiteren Betrag überweist und mir Bescheid sagt, daß der Betrag zum vorher von Euch überwiesenen Betrag dazugehört oder indem Ihr einfach einen höheren Betrag spendet, falls ihr vorher noch nichts überwiesen habt.
5.) Am 31. Oktober um Mitternacht schaue ich, wer den höchsten Betrag gespendet hat, und kontaktiere ihn/sie wegen der Postadresse (also geht sicher, daß ich Euch auch kontaktieren kann oder schickt sie gleich mit)
6.) Dann werde ich als Dankeschön kurzfristig das Paket an euch verschicken, bzw. die Details für einen außerdeutschen Versand oder die Übergabe an jemand anderen klären. Oder Ihr holt es ab.
7.) Wenn zwei oder mehr Menschen den gleichen Höchstbetrag gespendet haben, dann wird aufgeteilt oder eine andere Einigung gesucht.

Ihr könnt Euch natürlich auch zu mehreren zusammentun um einen höheren Betrag zu spenden, und das Paket dann aufteilen.

Und hier findet Ihr die Empfänger:
1.) Hier fehlt das Geld, um die Instanz loadaverage.org weiter zu betreiben, der Spendenknopf ist unten auf dieser Seite.
2.) Das zweite ist die NGO En Kompis Kompis, die einen ganzen Haufen für gnusocial tut, das kann ich gar nicht aufzählen, schaut Euch gerne die Webseite an, unter anderem betreibt sie quitter.se. Infos für Spenden sind in der rechten Spalte der Seite.

Gnusocial ist ein werbefreies Netztwerk, das sich aus Spenden und dem Einsatz von vielen vielen Ehrenamtlichen trägt, es hat viele Vorteile gegenüber kommerziellen Netzwerken (und auch einige Nachteile), die Instanzen werden von Privatpersonen oder kleinen Vereinen u. ä. betrieben, aber es ist werbefrei und auf Unterstützung angewiesen. Aber auch wenn Euch Gnusocial nicht weiter interessiert habt Ihr ja vielleicht trotzdem Lust auf ein Freßpaket ;-).

Ich erzähl euch mal was vom Bergwaldprojekt

Heute habe ich mal wieder einen Newsletter vom Bergwaldprojekt im Postfach gefunden, es werden dringend Freiwillige gesucht.
Deswegen dachte ich, ich erzähl Euch mal von meiner tollen Erfahrung mit dem Bergwaldprojekt, daß ich für außerordentlich unterstützenswert halte.

Im Jahr 2000 war ich sehr abenteuerlustig, aber chronisch pleite. Und ich weiß gar nicht mehr, wie mir der Prospekt in die Hände gefallen ist, aber es gab eine große Auswahl an Projektwochen, wo man auch ohne groß von was Ahnung zu haben mal ne Woche im Wald arbeiten und helfen konnte, weg von der Welt, quasi direkt um die Ecke und für wenig Kohle.
Ich hab mir damals ein Projekt in Altlach am Vailchensee ausgesucht, da konnte ich mit nem günstigen Regionalzugticket hinfahren, und soweit ich mich erinnere, hat mich das ganze auch nicht mehr als dieses Ticket gekostet. Meine kleine Schwester ist auch mitgefahren.
Wir waren so etwa 25 Leute, eine buntgemischte Truppe jeglichen Alters, und mit dabei waren eine Köchin, die uns fantastisch mit vegetarischen Essen versorgt hat, und ein Förster vom Bergwaldprojekt, der uns gemeinsam mit dem lokalen Förster angeleitet hat.

Unser Quartier war eine Holzhütte, in der es 2 oder 3 Hochbetten, Tische und Stühle und einen mit Holz oder Kohle betriebenen uralten und urigen Herd gab, es gab auch Licht, aber ich weiß nicht mehr, ob das elekrisch war, oder Petroleumlampen oder was. Gegenüber der Hüttentüre gab es einen Wassertrog aus dem über eine Hahnkonstruktion frisches Quellwasser aus dem Bach floss, einige Meter weiter gab es ein Holzhäuselchen mit klassischem Plumpsklo, und es gab eine Wiese, auf der wir unsere Zelte aufgeschlagen haben. Das war’s. Wer sich waschen wollte, hat den eiskalten Bach genommen, oder ist in den etwaswenigereiskalten Valchensee gehüpft, dessen Ufer nur paar Meter weiter war, ein wunderschöner Blick, das (noch analog gecknipste) Foto hängt hier immernoch:IMG_4308

In dieser wunderhübschen Kulisse sind wir jeden morgen mit frischer Luft und weit weg von städtischer Lärmkulisse aufgewacht. Und zwar recht früh. Wir sind dann nach mehr oder eher weniger ausgieber Morgentoilette in unsere Arbeitskleidung, feste Schuhe, Jeans und meist sowas wie ein Holzfellerhemd (oder T-Shirt?) geschlüpft, ich glaube mich erinnern zu können, das wir auch irgendeine Art von Schutzweste oder so bekommen haben, und sind in die Hütte gekrochen, wo die Köchin, die noch früher aufgestanden ist, uns ein wahrlich königliches Frühstück vorbereitet hatte, Kaffee war auch schon fertig. Ich erinnere mich noch an viele Gläschen von Rapunzel, Schokocreme und Marmelade, an Spiegeleier, aber das alles hat mich gar nicht interessiert, denn es gab auch einen fantastischen Frischkornbrei mit geschnittenem Obst, sowas kannte ich vorher gar nicht, aber es war wundervoll, da hätte ich drin Baden können. Frischkornbrei for President! Und so ein guter, ist mir danach nie wieder untergekommen!

Dann haben wir unser Equipment zusammengesucht, haben uns Quellwasser, Kaffee oder Früchtetee aus riesigen Töpfen in die Feldflaschen gefüllt, den die Köchin auch vorbereitet hatte, und sind zu dem Waldabschnitt gewandert, der an dem Tag dran war, also das war meist so etwa ne halbe Stunde Weg. Wir hatten eine etwas ältere Frau mit ner schönen Stimme und einem riesigen Liederrepertoir in der Gruppe, die immer wieder zum Singen angestimmt hat, und wer konnte hat mitgesungen oder einfach nur gelauscht. Von ihr habe ich auch den Text zu allen 3 Strophen von dem Lied gelernt, daß sich zu unserem Smash-Hit der Woche entwickelt hat, und es hat auch super zur Stimmung dieser Woche gepasst:

WER NUR DEN LIEBEN LANGEN TAG . . .

Wer nur den lieben langen Tag
ohne Plag, ohne Arbeit vertändelt, wer das mag,
der gehört nicht zu uns.
Wir stehn des Morgens zeitig auf,
hurtig mit der Sonne Lauf
sind wir, wenn der Abend naht,
nach getaner Tat
eine muntere, fürwahr
eine fröhliche Schar

Bist du ein fleißiger Gesell
voller Lust, voller Leben, dann schwinge dich so schnell,
wie du kannst, auf dein Pferd.
Findst du kein Roß für deinen Plan,
keinen Wagen, keine Bahn,
dann lauf, was die Sohle hält,
zu uns in die Welt;
denn wir brauchen dich, fürwahr,
in der fröhlichen Schar.

Wenn dich die Leute unterwegs
einmal neugierig fragen, wohin die Reise geht,
sag: ins Jungbrunnenreich !
Jungbrunnen soll der Name sein,
drum stimmt freudig mit uns ein:
Leben soll, solang die Welt
nicht in Scherben fällt,
unsre muntere, fürwahr,
unsre fröhliche Schar !

Als wir dann im Wald angekommen waren waren, haben wir uns etwas verteilt, entweder näher beieinander, so daß man ein bißchen quatschen konnte, oder etwas weiter weg, wenn man lieber seine Ruhe haben wollte.
Unsere Aufgabe war Borkenkäferbekämpfung. Um die Brut der Borkenkäfer loszuwerden, werden die Bäume, wo sie Brüten von ihrer Rinde befreit, es werden also ein paar Bäume ggf. geopfert, um alle anderen von den Käfern zu beschützen. Das ganze funktioniert so, daß man mit einer Machete die Rinde abgezogen hat, in der die Käfer die Eier abgelegt haben, dann trocknet die Brut aus. Besser als Chemie sprühen. Das ist schon schwere Arbeit, aber niemand hat einen gehetzt, und wenn man nicht mehr konnte, hat man sich halt kurz hingesetzt, eine geraucht oder ein Schwätzchen gehalten, dann ging es weiter. Und niemand hat nachgefragt, wieviele Bäume man entrindet hatte, einige haben bestimmt dreimal so viel wie ich geschafft, aber unterm Strich hat das Ergebnis der ganzen Gruppe dem Wald auf jeden Fall was gebracht.
Der Geruch von Wald und frischem Holz war natürlich toll, auch so einen jungen, frisch geschälten Baum anzufassen, manche haben sich auch ein Stückchen Holz zum Schnitzen mitgenommen,, und ich glaube auch letzte bullige Antiesoteriker hat mal einen Baum umarmt.

Und es war schon etwas archaisch, wenn ich da etwas weg vom Schuß mit meiner Machete auf den Baumrinden rumgefuchtelt habe, und mir die Borkenkäferlarven ins Gesicht gepritzt sind. Hört sich eklig an, war aber gar nicht sooo schlimm, und obwohl ich eher zur schwächeren Hälfe der Gruppe gehört habe, habe ich mich gefühlt wie „The toughest Woman of the Universe“. Körperliche Arbeit ist unheimlich befriedigend, vorallem an der frischen Luft, mitten im Wald wo die Sonne grünlich durchschimmert, weit weg von der Welt und vorallem auch noch für einen guten Zweck! An manchen Tagen haben wir überhaupt keine anderen Menschen gesehen, und oft waren wir auch weit weg von den Wegen.

Irgendwann gabs Mittagspause, wir haben (natürlich mit entspechender Vorsicht und unter den Augen des Försters) ein kleines Feuerchen gemacht und den großen Topf, den wir mitgeschleppt haben aufgewärmt. Für das was in dem Topf war hatten wir einen Namen, den ich vergessen habe, sowas wie „Bergwaldeintopf“ oder so, das waren im Prinzip alle Reste vom Abendessen vom Vortag, mit Wasser oder Tomatensauce oder weiß der Henker was noch allem zusammengepantscht und von unserer gigantischen Köchin zu etwas total leckerem zusammenkomponiert. Ich meine, nach dem Weg in den Wald und Stunden Waldarbeit hätte Pappmachee wahrscheinlich auch ziemlich gut geschmeckt, aber die Köchen hat wirklich regelmäßig Glanzleistungen hingelegt, das war fantastisch, und wir haben die Pampe immer restlos aufgegessen. Ich glaub dazu gabs noch Käsebrot oder so. Und zum Nachtisch oder zum Kaffee hatte der Förster immer ein paar Tafeln Schokolade im Gepäck, auf diesem Weg haben wir die ganze wunderbare Rapunzelschokoladenpalette durchprobiert, vor 16 Jahren war so eine luxuriöse Bioversorgung alles andere als selbstverständlich. Das Bergwaldprojekt hat sich wirklich gut um uns gekümmert.

Dann haben wir noch ein paar Stunden Borkenkäfer geschlachtet, nach und nach haben sich die, die nicht mehr konnten zusammengesetzt und gequatsch oder gesungen, und wenn genug Leute in der Gruppe k.o. waren oder wenn der offizielle Feierabend angerückt war, sind wir wieder zurück zum Camp gewandert und haben nicht mehr sehr viel getan, außer aufs Abendessen zu warten. Vielleicht noch kurz im See erfrischt. Oder auf der Wiese rumgelegen. Oder so. Nach dem Abendessen sind die erstens Schlafen gegangen, andere haben noch Karten gespielt oder geratscht, aber es gab ja nur in der Hütte Licht, draußen wurde es früh dunkel, und ich glaub die meisten waren spätestest um 9 im Schlafsack, und trotz harter Isomatten (die waren damals auch noch nicht so luxuriös wie heute) habe ich jede einzelne Nacht lang und wunderbar geschlafen.
Am letzten Abend hat der lokale Förster frischen Fisch direkt aus dem Valchensee neben dem Camp gebracht, der nur ein paar Stunden vorher gefischt wurde, und ein guter Teil der Gruppe hat beschlossen, an dem Abend ganz unvegetarisch zu sein, und die Köchin hat uns tollen gebratenen Fisch gezaubert, das war für mich echt was besonderes.

Und eine Woche später bin ich zwar müde, aber trotzdem völlig erholt und beseelt von der schönen Erfahrung wieder nach Hause gefahren. Ich brauche im Urlaub normalerweise lange zum abschalten und die Welt hinter mir zu lassen, aber diese Woche hat mich ganz und gar alles vergessen lassen. Es war für mich, damals hab ich in der IT gearbeitet, eine völlig neue Erfahrung, und niemand muß nach Südamerika fahren, wenn sie/er mal mit Machete im Urwald rumfuchteln will. Ich habe einiges über Wald im allgemeinen und Borkenkäfer im besonderen gelernt und viel Freude erlebt.
In den letzten 16 Jahren hat sich beim Bergwaldprojekt sicher auch einiges geändert, ich habe gesehen, daß Altlach nicht mehr im Programm ist, bei vielen Projekten gibt es auch Unterbringung in Jugendherbergen oder ähnlichem, und es werden auch nicht immer Borkenkäfer bekämpft, es werden auch Bäume gepflanzt oder Wege gebaut oder befestigt oder andere Sachen, und auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Die deutsche Webseite ist etwas komisch, aber schaut mal in der Schweiz.

Ich halte das ganze für eine großartige Sache, wichtig für unsere Bergwälder und absolut unterstützenswert. Aber auch wenn es euch mehr um das eigene Erfahren geht, oder ihr einfach mal ohne viel Geld und auf umweltfreundliche Art und Weise „Urlaub“ machen wollt, einfach mal was ganz anderes erleben wollt, kann ich das Bergwaldprojekt nur empfehlen. Und über Spenden freuen sie sich sicher auch.

Diskussionsbeitrag: Ich wünsche mir einen großen Richtungswechsel in der Politik

… und ich habe keinerlei Ahnung, was ich dazu beitragen kann. Ich fühle mich dem linken Spektrum zugehörig, ich habe große Sympathien für progressive und emanzipatorische Ideen und Projekte. Ich finde es irre wichtig Grundsatzfragen und Systemfragen aufzuwerfen und zwar stetig, und ich bin froh und dankbar für die Menschen, die das tun. Ebenso bin ich dankbar für alle Menschen, die sich aktiv an der Gestaltung von Politik oder alternativen Projekten beteiligen oder ihre Ideen leben, wo ich so oft passiv bleibe(n muss).

Und ich sehe leider im Moment überhaupt kein Land, im Gegenteil, nach meinem Gefühl sind wir quasi in allen Gebieten in einer Abwärtsspirale, egal ob es um Klimawandel, Solidarität, Überwachung oder Kapitalismusintensivierung geht.

Im Moment sind die Zustände so schlecht, daß es kaum was gibt in der Politik, wo ich nicht dagegen bin, dagegen, dagegen, dagegen. Von einigen Sachen fühle ich mich sogar konkret bedroht, z.B. in der Sozialpolitik. Und ich habe das Gefühl, das das auch auf der linken Seite insgesamt so ist, es gibt zwar Ideen wie das Grundeinkommen oder die Gemeinwohlökonomie, aber eine große Idee oder konkrete Konzepte wofür anstatt wogegen gibt es nicht in der Breite, es kommt mir so vor, als ob sich alles in kleineren Kreisen abspielt, oder es eben viel Grundsätzliches gibt, es aber keine große Strömung gibt, keine Wende in Sicht. Denn die Grundsätzlichen Sachen sind schon aus Prinzip ganz schön komplex, und mein Eindruck ist, daß viele Themen in interessierten Kreisen verbleiben. Und es mag durchaus sein, daß ich mich da täusche, auch in anderen Punkten. Und ein Haufen Menschen in Deutschland sind ganz arg in der Bedrullie und brauchen bald Erleichterung!

Und ich wünsche mir, daß das aufhört. Ich würde von einer rot-rot-grünen Regierung nicht ewarten, daß sie den Kapialismus abschafft, aber worauf ich hoffen würde wäre ein kleiner Stopp von dem größten Wahnsinn, eine Phase der Erholung für das permanente Dagegen-dagegen-dagegen und villeicht etwas mehr Raum für Mehr-mehr-grundsätzlicher-mehr -lieber auf diese Weise-und so weiter, das wäre schon eine ganz andere Sache. Mein Gefühl ist, daß viele AktivistInnen so beschäftigt sind, auf das schlimmste Hinzuweisen und zu versuchen, das zu verhindern, daß zum gestalten oder Ideen verbreiten nicht mehr viel Raum bleibt, und damit meine ich große Ideen, ich finde, wir brauchen ne Pause.

Das Problem ist, daß diese Koalition schon gar nicht wählbar ist. Die SPD bekommt meine Stimme ganz sicher nicht, die hat verkackt, und selbst wenn, könnte das ne Stimme für die große Koalition sein. Die Grünen kriegen meine Stimme auch nicht, solange Schwarz-Grün eine Option ist. Und ich will die Linke nicht in die Opposition wählen. Gute Opposition ist irre wichtig, aber ich halte es für absolut notwendig, die Richtung der Regierungspolitik zu ändern, und so lange die Linke sich in dieser Richtung nicht zuverlässig äußert, weiß ich leider auch nicht. Und andere relevante Kräfte zu einer linksorientierten Regierung sehe ich überhaupt nicht. Und in Deutschland ist auch, im Gegensatz zu anderen Ländern, keine außerpalarmentarische große Linke Bewegung in Sicht, die in der Breite Themen setzen könnte.

Es ist ja noch ein bißchen Zeit, und die Dinge können sich noch ändern. Wahlprogramme sind noch nicht geschrieben. Und möglicherweise könnte eine ausrreichende Breite Menge an Menschen jetzt noch etwas in die richtige Richtung bewirken

Und ich werfe jetzt einfach mal eine Idee in den Raum.

Es gibt vielleicht einen breiten linken Minimalkonsen, der Anhand von einigen Punkten/Wahlprüfsteinen zusammengefasst werden könnte. Ich nenne mal ein paar Beispiele:
Unterzeichnung von Freihandelsabkommen nur mit Einbindung der Bevölkerung
Abschaffung von Sanktionen im Sozialen Sektor (Flüchtlinge, Hartz4, etc)
Förderung einer solidarischen Gesellschaft statt Überwachung und Kontrolle
Integration von hier lebenden Migrantinnen und Flüchtlingen als Prio
(nachträglich ergänzt: )Für jeden gehörten Wirtschaftslobbyisten muß ein Gemeinwohllobbyist gehört werden
…oder was auch immer

Vielleicht könnte es ein paar Menschen geben, die einige solche Punkte zusammenfassen, wirklich minimal, so daß es eine Möglichkeit gäbe, daß sich SPD, Linke, Grüne oder andere Parteien darauf einigen könnte.
Das könnte dann vielleicht so Online gestellt werden, diskutiert werden, ggf. noch eingedampft werden, so daß es am Schluß eine breite Menge an Menschen sagen kann, ja daß will ich von einer Regierung, diese Punkte unterschreib ich, und wenn eine Partei die möglichst Flächendeckend in Ihr Wahlprogramm schreibt, dann kann ich die wählen
Also anstatt abzuwarten, was uns die Parteien anbieten, schlagen wir quasi im Vorfeld die Stichpunkte für einen Koalitionsvertrag für eine Linksgerichtete Regierung vor in den Punkten, die vielen ganz wichtig sind. Und alle speziellen Details und weitere Themen kann ja dann die eine oder andere Partei bedienen und aushandeln oder hat das ja eh schon.
Und wenn ich mir vorstelle, solche Wahlprüfsteine würden, vielleicht wie eine Petition, von ganz ganz vielen Leuten unterschrieben, würden möglicherweise die Parteien drauf reagieren müssen. Sie müssten uns was anbieten, wenn sie von uns gewählt werden wollen, und wir sagen Ihnen auch genau, was sie uns anbieten müssen. Und natürlich könnten auch Mitglieder der Parteien selbst daran mitarbeiten.

So. Das war jetzt das einzige, was mir zu diesem frustrierenden Thema eingefallen ist. Ich selbst kann mich aus gesundheitlichen Gründen nur sehr sehr eingeschränkt an sowas beteiligen. Aber ich wollte zumindest diese Idee äußern. Sonst hab ich nämlich keine einzige. Und möglicherweise bin ich ja auch die einzige, die die Dinge so sieht, und ihr seht das alles ganz anders. Also ich freu mich über Diskussion, andere Ansichten, etc. in den Kommentaren…

Warum gibt es die Hinterhofgarten-Updates nur noch auf GNUsocial und nicht mehr auf Twitter?

Viele Jahre lang war Twitter quasi zu Hundert Prozent meine „Heimatplattform“. Ich war nie bei Facebook, dem Googledingsi oder Instagram oder vielen anderen Modeplattformen, Ello fand ich ne zeitlang mal ganz nett, aber das war es auch schon so etwa.

Seit einer ganzen Weile macht Twitter mich aber immer wütender, es wird immer unbenutzbarer und die Dinge, die ich an der Plattform selbst immer geschätzt habe, gehen zunehmend kaputt. Ich habe das Gefühl, Twitter ist nicht mehr meine Spielwiese, sondern die Twitter-Benutzerinnen sind die Spielwiese des Unternehmens. Und es gibt noch dröfzig andere Gründe, die ich aber nur ausführe, wenn’s auch jemanden interessiert, also sagt Bescheid, wenn ihr das hören wollt.

Seit einer Weile treibe ich mich auch auf GNUsocial rum, und ich würde sagen, es ist schon zu 65% meine Heimat geworden, nur noch 35% bleiben bei Twitter, und das auch überwiegend wegen der vielen lieben Leute, die ich mehr oder weniger gut kenne, von persönlichem Kontakt bis fünfmal im Jahr auf nen Tweet reagieren, aber das seit Jahren. Und ja, auch wegen Inhalten, die ich sonst nirgends bekomme.

GNUsocial sieht nur auf den ersten Blick ähnlich aus wie Twitter, es hat ganz andere Dynamiken, es basiert auf anderen Prinzipien, und wenn man mal schnell von Twitter rüberwechselt, gib’t ne Menge Anlässe für Irritationen. Und es funktioniert auch nicht alles perfekt. Das tut es auf Twitter auch nicht, aber anders.

Ich fände es schön, wenn ich längerfristig Twitter hinter mir lassen kann, aber ich möchte mich nicht von so vielen lieben Leuten verabschieden. Ich will auch da niemanden missionieren, und ich verstehe gut, daß auch alle anderen ihre lieben Leute auf Twitter haben und daß GNUsocial nicht ganz so selbsterklärend ist, wie es aussieht, mal ganz abgesehen davon, daß Eure Ressourcen beschränkt sind, und ihr vielleicht nicht noch eine Plattform wollt. Eine Hauptbeschwerde ist, neben dem, das zu wenig Leute dort sind, ist daß zu wenig Content dort ist.
Aber wenn ich meinen Content auf Twitter kippe, dann trage ich dazu bei, daß die Leute dort sind, anstatt auf GNUsocial. Und GNUsocial hat wieder weniger Inhalt, weil ich nicht durchgehend 2 Plattformen parallel füttere. Also ich persönlich will schon aus Prinzip lieber zu einem nicht-kapitalistisches Konzept beitragen, eines, wo ich die Admins ansprechen kann, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn jemand homophoben oder rassistischen oder sonstwas-Kackscheiß verbreitet, und wenn es zu einem Aspekt keine Doku gibt, ich sie aber wichtig finde, kann ich sie selber schreiben, und wenn ich technisch ein kleines bisschen Ahnung hätte, könnte ich auch zur weiteren Entwicklung beitragen, oder ich kann Geld spenden anstatt mir Werbung reindrücken zu lassen, etc.

Naja, jedenfalls ist mir klar, daß niemand wegen ein paar Gartenblogpostlinks rüberwechselt, aber vielleicht kommt ihr mal ab und zu zu Besuch, und lernt das ganze etwas kennen mit der Zeit, und vielleicht postet ihr da auch mal was… und vielleicht wird deswegen für jemand komplett anderen GNUsocial spannender. Und wenn Ihr zu Euren Themen, vielleicht in einer Gruppe, was auf GNUsocial postet, zieht ihr damit auch wieder Leute an, auch wenn sie vielleicht jetzt noch nicht da sind.
Und ich bin bei GNUsocial auch schon auf einige getroffen, die Blümchen und Gemüse mögen, und zumindest in meiner Filterbubble dort scheint, wenn man Bier, Fußball und Kaffee mal außen vorlässt, das Gärtnern das zweitgrößte Thema nach Technikkram zu sein (ok, Politikkram ist natürlich auch da). Also da posten auch einige andere Leute schöne Blümchenbilder, es gibt auch mehrere Gruppen dort zu dem Thema (Gruppen sind ähnlich wie abbonierte Hashtags), so findet man Gleichgesinnte, und man kann auch selbst Gruppen zu Themen eröffnen oder einfach nur passiv mitlesen. Für Gartenthemen gibt es z.B. die Gruppen !grow, !flora, !guerrillagardening, und noch ein paar weitere, die spannendste und größte Gruppe ist !grow.

Also nur mal so angerissen, mein Gefühl ist, mit den Gartenposts auf Twitter leiste ich einen winzigen Beitrag dazu, Twitter attraktiv zu halten, und mit posten auf GNUsocial leiste ich einen winzigen Beitrag dazu, das attraktiver zu machen, und zweiteres ist definitiv das, was ich will. Auch wenn es mich schon ein bißchen was kostet, ich freu mich nämlich schon, wenn ich merke, daß ich Euch mit den Gartenposts eine winzigkleine Freude machen kann.

Und wenn Ihr Lust kriegt, doch mal bei GNUsocial reinzuschauen, und ihr kommt mit irgendwas nicht klar, dann fragt gerne mich oder auch in die Runde, da gibt es viele hilfsbereite Menschen, die mir am Anfang auch geholfen haben. Dort bin ich @einebiene@quitter.is.

Fragen und Diskussion sehr gerne in den Kommentaren. :-)