Warum gibt es die Hinterhofgarten-Updates nur noch auf GNUsocial und nicht mehr auf Twitter?

Viele Jahre lang war Twitter quasi zu Hundert Prozent meine „Heimatplattform“. Ich war nie bei Facebook, dem Googledingsi oder Instagram oder vielen anderen Modeplattformen, Ello fand ich ne zeitlang mal ganz nett, aber das war es auch schon so etwa.

Seit einer ganzen Weile macht Twitter mich aber immer wütender, es wird immer unbenutzbarer und die Dinge, die ich an der Plattform selbst immer geschätzt habe, gehen zunehmend kaputt. Ich habe das Gefühl, Twitter ist nicht mehr meine Spielwiese, sondern die Twitter-Benutzerinnen sind die Spielwiese des Unternehmens. Und es gibt noch dröfzig andere Gründe, die ich aber nur ausführe, wenn’s auch jemanden interessiert, also sagt Bescheid, wenn ihr das hören wollt.

Seit einer Weile treibe ich mich auch auf GNUsocial rum, und ich würde sagen, es ist schon zu 65% meine Heimat geworden, nur noch 35% bleiben bei Twitter, und das auch überwiegend wegen der vielen lieben Leute, die ich mehr oder weniger gut kenne, von persönlichem Kontakt bis fünfmal im Jahr auf nen Tweet reagieren, aber das seit Jahren. Und ja, auch wegen Inhalten, die ich sonst nirgends bekomme.

GNUsocial sieht nur auf den ersten Blick ähnlich aus wie Twitter, es hat ganz andere Dynamiken, es basiert auf anderen Prinzipien, und wenn man mal schnell von Twitter rüberwechselt, gib’t ne Menge Anlässe für Irritationen. Und es funktioniert auch nicht alles perfekt. Das tut es auf Twitter auch nicht, aber anders.

Ich fände es schön, wenn ich längerfristig Twitter hinter mir lassen kann, aber ich möchte mich nicht von so vielen lieben Leuten verabschieden. Ich will auch da niemanden missionieren, und ich verstehe gut, daß auch alle anderen ihre lieben Leute auf Twitter haben und daß GNUsocial nicht ganz so selbsterklärend ist, wie es aussieht, mal ganz abgesehen davon, daß Eure Ressourcen beschränkt sind, und ihr vielleicht nicht noch eine Plattform wollt. Eine Hauptbeschwerde ist, neben dem, das zu wenig Leute dort sind, ist daß zu wenig Content dort ist.
Aber wenn ich meinen Content auf Twitter kippe, dann trage ich dazu bei, daß die Leute dort sind, anstatt auf GNUsocial. Und GNUsocial hat wieder weniger Inhalt, weil ich nicht durchgehend 2 Plattformen parallel füttere. Also ich persönlich will schon aus Prinzip lieber zu einem nicht-kapitalistisches Konzept beitragen, eines, wo ich die Admins ansprechen kann, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn jemand homophoben oder rassistischen oder sonstwas-Kackscheiß verbreitet, und wenn es zu einem Aspekt keine Doku gibt, ich sie aber wichtig finde, kann ich sie selber schreiben, und wenn ich technisch ein kleines bisschen Ahnung hätte, könnte ich auch zur weiteren Entwicklung beitragen, oder ich kann Geld spenden anstatt mir Werbung reindrücken zu lassen, etc.

Naja, jedenfalls ist mir klar, daß niemand wegen ein paar Gartenblogpostlinks rüberwechselt, aber vielleicht kommt ihr mal ab und zu zu Besuch, und lernt das ganze etwas kennen mit der Zeit, und vielleicht postet ihr da auch mal was… und vielleicht wird deswegen für jemand komplett anderen GNUsocial spannender. Und wenn Ihr zu Euren Themen, vielleicht in einer Gruppe, was auf GNUsocial postet, zieht ihr damit auch wieder Leute an, auch wenn sie vielleicht jetzt noch nicht da sind.
Und ich bin bei GNUsocial auch schon auf einige getroffen, die Blümchen und Gemüse mögen, und zumindest in meiner Filterbubble dort scheint, wenn man Bier, Fußball und Kaffee mal außen vorlässt, das Gärtnern das zweitgrößte Thema nach Technikkram zu sein (ok, Politikkram ist natürlich auch da). Also da posten auch einige andere Leute schöne Blümchenbilder, es gibt auch mehrere Gruppen dort zu dem Thema (Gruppen sind ähnlich wie abbonierte Hashtags), so findet man Gleichgesinnte, und man kann auch selbst Gruppen zu Themen eröffnen oder einfach nur passiv mitlesen. Für Gartenthemen gibt es z.B. die Gruppen !grow, !flora, !guerrillagardening, und noch ein paar weitere, die spannendste und größte Gruppe ist !grow.

Also nur mal so angerissen, mein Gefühl ist, mit den Gartenposts auf Twitter leiste ich einen winzigen Beitrag dazu, Twitter attraktiv zu halten, und mit posten auf GNUsocial leiste ich einen winzigen Beitrag dazu, das attraktiver zu machen, und zweiteres ist definitiv das, was ich will. Auch wenn es mich schon ein bißchen was kostet, ich freu mich nämlich schon, wenn ich merke, daß ich Euch mit den Gartenposts eine winzigkleine Freude machen kann.

Und wenn Ihr Lust kriegt, doch mal bei GNUsocial reinzuschauen, und ihr kommt mit irgendwas nicht klar, dann fragt gerne mich oder auch in die Runde, da gibt es viele hilfsbereite Menschen, die mir am Anfang auch geholfen haben. Dort bin ich @einebiene@quitter.is.

Fragen und Diskussion sehr gerne in den Kommentaren. :-)

3 thoughts on “Warum gibt es die Hinterhofgarten-Updates nur noch auf GNUsocial und nicht mehr auf Twitter?

  1. Schön geschrieben.
    Mein größter Faktor ist allerdings die Zeit. Aber man kann die Abläufe ja auch optimieren. ;-)
    Wir lesen uns hier wie dort. Versprochen! :-)

  2. Pingback: Ist Quitter eine Alternative zu Twitter? – Sonstiges

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