Altersproporz

Es gibt ja so einige Maßnahmen, die innerhalb von Parteien für mehr Gerechtigkeit sorgen sollen. Männlich-weibliche Doppelspitze, oder jeder zweite Listenplatz gehört einer Frau, oder ein Ost-West-Ausgleich, oder ein Regional-Ausgleich.

Aber was ich noch nie gehört habe, ist ein Altersausgleich. Den fände ich so langsam aber ziemlich angebracht. Zum einen, weil die Jüngeren in unserer überalterten Gesellschaft die Minderheit sind, und zum anderen, weil ich ihnen insgesamt eher ein Interesse daran unterstelle, die Zukunft zu gestalten anstatt Pfründe zu sichern, die sie noch gar nicht haben. Ich finde, jüngere Menschen müssen in einem viel größerem Rahmen beteiligt werden.

Wenn man im Moment als junger Mensch in eine Partei eintritt, ist man wahrscheinlich im Normalfall schon mindestens jenseits der 40, bis man Gestaltungsmacht hat, mit ein paar Ausnahmen vielleicht. Es gibt ja genug alteingesessene, bekanntere und erfahrene Köpfe, die ja keinen Posten oder Anspruch auf einen Posten freiwillig hergeben (Also ich zähl jetzt nicht durch, wer im Bundestag oder in Landtagen oder in Parteiämtern alles unter 40 ist). Kein Wunder, daß Parteien für jüngere nicht so attraktiv sind, und überall der Nachwuchs fehlt. (Und die Eintrittswelle von jüngeren Leuten im Moment ist wohl weniger der Attraktivität der Parteien geschuldet, sondern schlicht Notwehr).

Deswegen fände ich Alt-Jung-Doppelspitzen etwas total wichtiges. Erfahrung kombiniert mit frischem Wind. Oder einen Proporz. Irgendeine klare Perspektive für Jüngere, an der Macht beteiligt zu sein. Leider seh ich das irgendwie nicht kommen.

2 thoughts on “Altersproporz

  1. Dieser Argumentation könnte man folgen. Ich unterstelle jedoch einmal, dass Lebenserfahrung nicht unwichtig ist, um sich kompetent zu einem politischen Thema äußern zu können. Schwergewichtiger jedoch ist der demokratische Aspekt: die Mehrheit der Menschen in diesem Land ist nun mal alt. Da jedoch das Interesse an Politik abnimmt, wird man vermutlich nicht in Verlegenheit kommen, und jüngere Menschen verprellen. Was ich allerdings auch sehr merkwürdig finde, sind Altersuntergrenzen für politische Ämter wie beispielsweise für eine/n Kanzler/in. Ich denke, politische Ämter sollten einfach jedem offen stehen, die/der sich dafür interessiert.

  2. Ich sagte ja auch nicht, nur noch Junge an die Macht. Erfahrung ist wichtig, richtig, aber andere Dinge sind auch wichtig. Es sind ja nicht plötzlich nur noch Junge unerfahrene da, aber eine junge Ministerin kann ja einen alten Stattssekretär haben, und umgekehrt. Ich finde beides wichtig und wir brauchen dringend mehr junge Leute in den Parlamenten. Wenn die nicht “von alleine” kommen, kann man ja strukturell was ändern, das meine ich.

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