Ich bin eine davon

Ich habe in den letzten Tagen drei Texte gelesen, von denen ich mich persönlich angesprochen gefühlt habe. Ich würde Euch bitten, falls Ihr das noch nicht eh gemacht habt, das erstmal auch zu tun:

Jetzt lernen Sie meine Oma kennen….
Die Sonne der eigenen Anständigkeit
Eine Kapitulationserklärung

Und die meinen alle mich. Ich bin Erwerbsunfähigkeitsrentnerin. Aus den gleichen Gründen, warum ich nicht arbeiten kann, kann ich mich auch nicht regelmäßig für irgendwas engagieren. Ich kann gesundheitsbedingt nicht zuverlässig sein, ich kann körperlich meist nicht anpacken und ich kann sehr wenig emotionalen Stress aushalten. Es gibt immer gute Tage, wo etwas geht, und schlechte Tage, wo gar nix geht. Dazu kommt, wie bei allen anderen auch, mein allgemeines Ohnmachtsgefühl und mein Schweinehund und meine alltäglichen Prioritäten. Wenn ich mich also eher sporadisch und punktuell für irgendwas engagiere, sind das meistens andere, eher weniger emotionale/abstrakte Themen ( z.B. TTIP), was nicht heisst, daß mich die Situation der Refugees kalt lässt, aber es ist eben schwierig für mich. Ich habe, trotz aller Dringlichkeit, meinen Weg für ein Engagement hier noch nicht gefunden, und ich hab immer wieder viel zu schnell aufgehört zu suchen.
Was ich bisher so gemacht habe, kommt mir soooo viel zu wenig vor: Ich habe Vorletztes Jahr einmalig eine Tasche mit Winterkleidung, Hygieneartikeln und Schreibzeug in die Bayernkaserne gebracht. Ich habe letzten Winter warme Sachen, Wasser etc. zu den Refugees gebracht, die am Sendlinger Tor im Hungerstreik waren. Ich hab bestimmt einiges an Petitionen unterschrieben, was zum Thema auf Twitter verbreitet oder ein paar Euro gespendet. Und das ist nach meinem Empfinden viel zu wenig. Und ich will nicht, daß Heinrich Schmitz , von dem ich bisher noch nicht bewußt etwas gehört habe, seine Texte umsonst geschrieben hat und sich all die Probleme umsonst eingefangen hat (was auch für unzählige AktivistInnen gilt). Und ich möchte nicht, daß seine Kapitulation einfach verhallt. Es soll nicht umsonst gewesen sein, genauso wenig wie die Apelle von Frau Meike und Kurzhaarschnitt und all die Kloppe, die sich „die Antifa“ immer wieder einfängt, weil die Mehrheit (inklusive mir) zuhause bleibt.

Also, Challenge Accepted: Deswegen mache ich jetzt folgen Deal ganz öffentlich mit mir selbst: Ich werde jeden Monat bis zum Ende des Jahres *irgendwas* für die Refugees tun. Auch wenn es was kleines ist. Und für jeden Monat, wo ich nichts tue, überweise ich 3 Euro an eine Institution, die Refugees hilft. Das ist mein persönlicher Tropfen auf dem heissen Stein.

Und weil ich momentan so hitzebeschädigt bin, daß ich quasi nur ein Matschpudding bin, und der Wetterbericht keine Besserung verspricht, habe ich für den August gleich mal 3 Euro an Sea Watch überwiesen. Und ich werde meine Bemühungen für die nächsten Monate hier updaten.

Und ich fordere alle, die auch angesprochen sind auf, mir das nachzumachen und ihre Bemühungen gerne in den Kommentaren zu dokumentieren, oder auch nicht. Und wenn Ihr Ideen habt, was ich tun könnte, nur her damit.

Und ich danke allen von Herzen, die sich einmalig oder immer und immer wieder für Refugees engagieren oder sich dem Mob entgegenstellen.

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